13.10.2012 Was ich Dir sagen will...

Mit Udo Jürgens verbindet ihn mehr als die Lackschuhe

Von Günther Muhr

Emmerthal. Er beendete sein Konzert ohne weißen Bademantel, dafür aber mit drei Zugaben, die beim Publikum richtig gut ankamen. Er trank in seinen Gesangspausen keinen Lindenblütentee, er ölte seine Stimmbänder lediglich mit Mineralwasser. Dennoch verbindet den in Hannover gebürtigen Hildesheimer Kulturwissenschaftler Christian Mädler Einiges mit einem der größten Schlagerstars unseres Landes, Udo Jürgens. „Das sind aber nicht nur seine eleganten schwarzen Lackschuhe“, wie die Emmerthaler Seniorenbeiratsvorsitzende Ilse Niehoff humorvoll feststellte.

 „Dieser Mann hat eine tolle, saubere, klare und exzellente Stimme“, meinte Ilse Niehoff unisono mit ihrem Lebensgefährten Ernst Liebig nach dem fast zweistündigen Konzert von Christian Mädler. „Was ich sagen will, sagt mein Klavier“, lautete das Motto am vergangenen Samstag in der Kirchohsener Kultur(n)halle. Der musikalisch perfekte Liederabend mit Schlagern und Chansons von Udo Jürgens war allerdings nicht unbedingt der Gassenhauer im diesjährigen Kulturprogramm der Gemeinde Emmerthal. „Wirklich schade, denn die Leute, die heute nicht hier waren, haben Einiges verpasst“, meinte Monika Puls aus Hastenbeck, die selbst mehrere Instrumente spielt und auch eigene Musik macht.

 Mädler, der in Hildesheim Kulturwissenschaften studiert hat, überzeugte nicht nur mit seiner Perfektion am Emmerthaler Rathausflügel, er brillierte auch als Gesangsvirtuose, Entertainer und Animateur. Zwischen den legendären Udo-Jürgens-Schlagern und Chansons resümierte der 35-jährige Christian Mädler auch richtig liebenswert und absolut informativ über das Leben seines 78 Jahre alten Schlageridols Udo Jürgens. Besonders die Medleys kamen beim Publikum hervorragend an. Er kündigte sie humorvoll und ironisch als „Mädler- Medleys“ an. Texte, die jeder auswendig kennt, wie „Ein ehrenwertes Haus“, „Tante Emma“, „Immer wieder geht die Sonne auf“, „Vielen Dank für die Blumen“, „Aber bitte mit Sahne“, „Ich war noch niemals in New York“ und „Zeig mir den Platz an der Sonne“ animierten zum rhythmischen Klatschen und Mitsingen. Aber auch melancholische Songs, die zum Nachdenken anregten, wie „Der gekaufte Drachen“, wurden vom sachkundigen Emmerthaler Publikum mit viel Beifall bedacht. „Da Capo“, „Griechischer Wein“, „Liebe ohne Leiden“ und der „Teufel, der den Schnaps gemacht hat“ gingen unter die Haut und werden so schnell auch in Emmerthal nicht wieder vergessen.

Es war ein toller Liederabend, der mehr Publikum verdient hätte.