Was war

Kabarett mit Jürgen Becker

Samstag, 22. Oktober 2016   19.30 Uhr   Kleine Kultur(n)halle   VVK 25,-  AK 29,-

 Volksbegehren-

Die Kulturgeschichte der Fortpflanzung

 

Als der Kölner Kabarettist Jürgen Becker das letzte Mal im Jahr 2010 in Emmerthal zu Gast war, stellte er seinem Publikum die Frage, „Ja, was glauben Sie denn?“ Diesmal gab es keine Fragen von der Bühne, sondern Antworten. Jürgen Becker erklärte uns Sex – also natürlich rein wissenschaftlich-kulturell versteht sich, nämlich die Kulturgeschichte der Fortpflanzung, das sogenannte Volksbegehren. Und so haben wir erfahren: Blattläuse haben es da leicht. Wenn ihnen nach Fortpflanzung zumute ist, gebären die Lausmädels ohne Zutun eines Lausbuben bis zu zehn Töchter am Tag. Sie müssen nicht fragen: „Zu mir oder zu dir? Sie fragen: „Zu mir oder zu mir?“ So einfach kann das Leben sein. Doch etwas muss ja dran sein am Sex. Jedenfalls hat sich der Austausch von Körperflüssigkeiten zwecks Fortpflanzung bei 99% der Tierarten durchgesetzt. Geschlechtliche Fortpflanzung findet man gar bei Obstbäumen, Topfpflanzen, Ziersträuchern und in Blumenrabatten, wenn darin Herren- und Damenkegelclubs des Nachts bei ihren feucht-lustvollen Ausflügen übereinander herfallen. Wir sind Tiere und werden es immer bleiben, meint Jürgen Becker. Daran erinnert uns der Sex, weshalb er so beunruhigend, aufwühlend, elektrisierend, schockierend, bedrohlich und…..so angenehm ist. So wundern wir uns über das Tierhafte unserer Körper und empfinden Sie gelegentlich als peinlich, abstoßend und vulgär. Wir schämen uns Ihrer, es sei denn, wir sind im Internet.

Kann die Religion diese Scham erklären oder erklärt die Scham gar die Religion? Denn in der bunten Götterwelt finden wir bereits alle Spielarten der Sexualität wieder, auch die Homoerotische. Und schon immer hat die Religion das versucht, was wir heute endlich geschafft haben: Wir können Kinder zeugen ohne Zeugungsakt und Sex genießen ohne Kinder zu zeugen. Früher musste man dafür beten:
„Heilige Maria, die du empfangen hast ohne zu sündigen, lass mich sündigen, ohne zu empfangen!“ Aber was macht sexy? Was lehrt uns die Erotik über uns selbst? Und welche Lebensweisheiten können wir aus Ihr gewinnen?

„Mitternachtsspitzen“ sind im gleichnamigen Film mit Doris Day und John Garvin Dessous und so wagt der Moderator derselben einen kabarettistischen Beischlaf mit dem Eros, dem wohl mächtigsten aller Götter. Jürgen Becker bat zum Blick durchs Schlüsselloch. Das Publikum durfte sich beim Liebesspiel mit Worten aufs angenehmste gekitzelt fühlen und beim Anblick von hundert erotischen Meisterwerken in Deckung bleiben – und spürte dabei geflissentlich, dass schöne Schenkel nicht nur im Bett betören. Gelegentlich durfte man sich auch darauf klopfen an dem entspannten Abend.

Für Ihr leibliches Wohl sorgte unser Cateringpartner 

 

Mit freundlicher Unterstützung von

 

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