01.09.2012 ROCK im Emmerthal

Zu Genesis-Klassikern leuchten Handydisplays

900 Besucher erleben Phil-Collins-Cover-Band „Invisible Touch“ beim Emmerthaler Open-Air

Emmerthal (mo). Wenn in Emmerthal Open-Air-Musik angesagt ist, leuchten mehr als nur die Spotlichter auf der Bühne. War es vor zwei Jahren beim Konzert mit „Zoo TV“ noch die Sonne, die glutrot hinter der Bühne unterging, übernimmt diesmal der Vollmond deren Part. Hell scheinend verleiht er dem Platz am Lindenanger ein mehr als stimmungsvolles Flair. Dazu noch die funkelnden Augen im Publikum, als die Band „Invisible Touch“ ein wahres Feuerwerk von Phil-Collins-Songs abbrennt. Wie ein Bandname doch täuschen kann! Von wegen unsichtbare Berührung, an den Weserwiesen bleibt die Tuchfühlung zwischen Band und Zuhörern alles andere als verborgen. „Follow you, follow me“ – die Emmerthaler folgen. Beim Genesis-Klassiker glimmen Wunderkerzen, erleuchten Handydisplays den Nachthimmel, da werden Hüften ganz langsam gekreist und Händchen haltende Paare schauen sich verträumt in die Augen. Gänsehautfeeling und Open-Air-Stimmung pur. Jetzt weiß auch der letzte Zuhörer, warum die Aachener Gruppe die angesagteste Phil- Collins-Cover-Band Europas ist, offenbar selbst der englische Weltstar. Steht doch ein Hinweis von ihm zur Tribute-Band im Internet. „Bisher haben wir uns noch nicht getroffen“, ist von Frontsänger Jürgen Kaselowsky zu erfahren. Live gehört hat der Brite also die zehn Musiker bisher noch nicht. Das haben die Emmerthaler Collins nun voraus. Da schallt „In the Air tonight“ in die Emmerthaler Nacht, „Sussudio“ lädt zum Tanzen ein und bei „Two Hearts“ gehen mehr als nur zwei Herzen am Lindenanger auf. „I can’t dance!“ Jürgen und die drei „Invisible- Touch“-Blechbläser beweisen mit dem „Egyptian Walk“ über die Showbühne glatt das Gegenteil. Dankbare Zuschauer geizen für die außergewöhnlich authentischen Interpretationen nicht mit Zurufen: „Ihr seid Super!“, „Der Hammer“. Den „Sledgehammer“ holt „Invisible Touch“ raus, als Frontmann Jürgen in einem beleuchteten Jackett den Peter-Gabriel-Titel singt. Die Aachener Tribute-Band hat neue Fans gefunden. Und die heute als Vorband agierende Gruppe „Talking Wire“ offenbar auch. „Die konnte ich vorhin noch hören, als wir ankamen. Die waren echt gut“, berichtet der „Invisible Touch“-Leadsänger über die heimische Band. „Don’t tell me“, „Turn around“, „Talk to me“. „Talking Wire“ rockt das Emmerthal und macht nach „Lucky Man“ auch eine junge Lady glücklich. Schenken die fünf lokalen Rockmusiker Janina Moniac zu ihrem heutigen Junggesellinnenabschied glatt zehn CDs, um diese gleich für sich vermarkten zu können. Preise? „Zwischen 8 und 15 Euro“, sagt die angehende Braut aus Ottenstein. Geht das als Mitgift in die Ehe? Mitnichten! „Das hauen wir heute auf den Kopf“, betont die 24-Jährige. Einen Titel von Phil Collins beim Hochzeitstanz mit ihrem Christian kann sie sich aber vorstellen.

Für die ersten Tanzschritte bei „Rock im Emmerthal“ sorgten „Emma Valley“. Mit Coversongs wie „Smoke on the water“ und „Hush“ sowie eigenen neuen Stücken wie „Loving down the night“ war es der lokalen Band vorbehalten, den Musikreigen zu eröffnen. „Heute waren die Besucher schon eher da als bei den beiden letzten malen“, freut sich Frontsänger Bernhard Feist über eine für sie größere Kulisse. „Das war total super. Dazu noch zwei super einheimische Gruppen“, zeigen sich Carola und Arnold Schunko völlig begeistert von ihrem ersten Emmerthaler Open-Air-Besuch. „Von der Stimme war her es sehr gut.“ Annette Stillich aus Emmern macht sich zufrieden auf den Heimweg. Auch Emmerthals Kulturbeauftragte und Organisatorin Andrea Gerstenberger: Mit fast 900 Gästen hat sie das von ihr ausgegebene Ziel von 1000 Besuchern nur knapp verfehlt.

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