12.12.2011 Quintessence

Und die "Quintessence": Kultur macht Spaß

Von Barbara Jahn-Deterding

Emmerthal. „Auspacken, spielen“, dieses Prinzip gilt seit 1993 für die Musiker des Quintessence Saxophone Quintetts, und wie grandios es funktioniert, stellen die fünf Musiker in der ausverkauften Kleinen Kultur(n)halle unter Beweis. Und dies bereits vom ersten Ton an, denn auf ihrem Weg von der Garderobe, durch die Tischreihen bis zur Bühne, nehmen Uli Lettermann, Kai Niedermeier, Anatole Gomersall, Andreas Menzel und Sven Hoffmann die Zuhörer gleich mit. Selten beginnt ein Konzert, dazu noch mit klassischer Musik, gleich mit so viel Applaus. Wenn Uli Lettermann, im Ensemble zuständig für die Arrangements der Stücke, in seiner Moderation sagt, „das wird bestimmt kein besinnlicher weihnachtlicher Abend“, so ist der Auftakt mit der „Nussknacker Suite“ von Tschaikowsky und dem klassischen Weihnachtslied „Herbei, o ihr Gläubigen“ durchaus der Vorweihnachtszeit geschuldet. Bereits da ist der berühmte Funke übergesprungen, und eine Besucherin sagt zum Tischnachbarn: „So kennen wir Weihnachtslieder aber nicht.“ Und genau das macht die Einmaligkeit von Quintessence aus. In ihrer speziellen Bearbeitung und Fassung werden klassische Musikwerke mit neuem Leben erfüllt und zu außergewöhnlichen Hörerlebnissen. „Gute Solisten gibt es viele, dass sie gemeinsam so perfekt harmonieren, ist einfach grandios“, schwärmt Cord Fricke aus Welliehausen, der Quintessence schon zum wiederholten Male hört.

Die fünf Ausnahmesolisten gelten weltweit als eines der führenden Ensembles ihrer Art. Die Interpretation klassischer Großwerke, die geistreichen und witzigen Arrangements, machen ihre Klasse aus. Ihre Spielfreude wird für die Zuschauer nicht nur hörbar, sondern auch deutlich sichtbar. Wen wundert’s, dass die fünf Freunde, wenn man Uli Lettermann Glauben schenkt, selbst ihre Urlaube gemeinsam verbringen, demnächst ihren Auftritt beim World Saxophone Congress haben werden.

Als Uli Lettermann augenzwinkernd ankündigt: „Wenn Johann Sebastian Bach uns gekannt hätte, hätte er die Toccota, das Orgelstück schlechthin, gleich in der Zielfassung für fünf Saxophone geschrieben“, geht ein Raunen der Vorfreude durch das Publikum. Die Musiker werden dem mehr als gerecht und vermitteln „Gänsehautfeeling pur“, wie es Cord Fricke für alle begeisterten Konzertbesucher auf den Punkt bringt.

„Wir wollen keinen Spaß haben, dies ist ja schließlich Kultur“, hat Uli Lettermann zu Beginn des Abends gesagt. Wenn Kultur mit so viel musikalischem Anspruch und gekonnter Unterhaltung verbunden ist wie bei Quintessece, dann wünscht man sich viel mehr davon.

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