05.07.2011 Alle Kinder dieser Erde

140 kleine Künstler kommen groß raus

Von Ernst August Wolf

Emmerthal. Der ansonsten beschauliche Park neben dem Haus Elise des Upmeier Seniorenheims platzte diesmal aus allen Nähten. 140 aufgeregte Kinder, nicht minder nervöse mit Fotoapparaten und Videokameras ausgerüstete Mütter und Väter samt Omis und Opis warteten sehnsüchtig auf das Startzeichen zum großen Open-Air-Musical „Alle Kinder dieser Erde“. Die Idee stammt von der Kulturbeauftragten Andrea Gerstenberger. Statt „Kultur von oben“ habe sie etwas „Nachhaltiges“ schaffen wollen. „Mal kein eingekaufter Alleinunterhalter und Profi-Bespaßer, sondern Kultur von der Basis aus.“ Und so entstand eine musikalische Weltreise, an der alle DRK-Kitas und Bildungseinrichtungen in Trägerschaft der Gemeinde teilnahmen. 140 Kinder hatten seit dem 2. Februar ein halbes Jahr lang eine Stunde pro Woche zusätzlichen Musikunterricht bekommen. „Der Musikpädagoge Helmut Schrade hat mit den Kindern getanzt, gesungen und die musikalische Reise vorbereitet“, erklärt die Fachberaterin für die Emmerthaler DRK-Kindergärten, Liselotte Sievert.

Neben der Musik haben die Kinder dabei auch viel über die darzustellenden Länder erfahren. Sievert: „Sie haben sich mit Kleidung, Essen, Sitten und Gebräuchen beschäftigt.“ Für Kinder mit Migrationshintergrund sei das außerdem eine gute Möglichkeit gewesen, die Kultur ihrer Heimat vorzustellen. „Viele kommen aus Polen, Russland, aber auch den USA, der Türkei und Asien“, so Sievert.

Zu Beginn entführten die Kinder des Spielkreises Emmern die Zuschauer erst einmal nach Bayern und Österreich, die DRK-Kita Neue Straße aus Kirchohsen entfachte dann heiße afrikanische Rhythmen, und die Grundschule Amelgatzen stellte ihren „La Bamba“-Tanz vor. Nordamerika, Australien, Japan und Russland waren weitere Stationen, die die Kita- und Grundschulkinder vorbereitet hatten.

„Bei so viel Kindern sollte man meinen, dass wir uns um ausreichend Nachwuchs keine Gedanken zu machen brauchen“, so der Emmerthaler Bürgermeister Andreas Grossmann. Doch auch in seiner Gemeinde schlägt der demografische Wandel zu, hat die Zahl der Verstorbenen die der Geburten im vergangenen Jahr übertroffen. Für Landrat Rüdiger Butte war der Nachmittag nicht nur ein gelungenes Beispiel für Kultur- und Integrationsarbeit, sondern zeigte auch die Notwendigkeit einer Aufwertung des Berufsbildes der Erzieherinnen auf. Butte: „Was die hier zusätzlich leisten, ist enorm.“

Mit rhythmischer Begleitung gingen die Jungen und Mädchen auf musikalische Weltreise, auf die sie sich seit Februar vorbereitet hatten.

Erschienen in der Dewezet am 05.07.2011

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