23.08.2010 Rock Open Air

Auch ohne 360-Grad-Bühne ein toller Abend

U2-Tribute-Band „Zoo-TV“ lockt fast tausend Besucher / „Believe“ dem kleinen Julian gewidmet

Emmerthal (fn). Drei Bands, zweite Auflage und ein Traumwetter: Gerade das gute Wetter hatten sich die Organisatoren vom Open-Air-Konzert „Rock in Emmmerthal“ so sehr gewünscht. Wollte doch Andrea Gerstenberger, Kulturbeauftragte der Gemeinde Emmerthal, die Marke von 1000 Besuchern knacken. Dieses Ziel wurde ganz knapp auf der Zielgeraden verpasst. „Es sind fast 1000 gekommen. Das ist wie ein vierter Platz bei den Olympischen Spielen“, scherzte Gerstenberger, nach dem die erste Anspannung von ihr abgefallen war. Doch eine Medaille aus Edelmetall hätten die Veranstalter dennoch verdient – wenn auch die Versorgung mit den Getränken nicht ganz so reibungslos klappte.

 Mit „Emma Valley“ und „Talkin Wire“ stimmten die zwei Zugpferde der Emmerthaler Musikszene das Publikum schon einmal ein. Und mit der Verpflichtung der U2-Tribute-Band „Zoo-TV“ ist den Veranstaltern ein wahrer Glückgriff gelungen. Keine zwei Wochen nach dem „U2“-Konzert in der hannoverschen AWD-Arena waren auch am Hagenohsener Weserufer Songs wie „I still haven’t found what I’m looking for“, „Sunday bloody Sunday“ oder „Beautiful day“ zu hören. Es ist ein wahrlich nicht einfaches Unterfangen, dem perfekten Sound der Iren nahe zu kommen. Doch Volker Hoffmann (Bass), Matt Zentrich (Drums) sowie Till Valentin (Gitarre) kennen ihr Handwerk. Frontman und Sänger Henning Hoffmann glänzte überdies mit einer Stimme, die der von Bono sehr nahe kommt.

 „Wir sind keine Partyband. Wir geben ein Konzert mit einem Spannungsbogen“, sprach Henning den Beginn ihres Auftritts mit den nicht ganz so populären Songs wie „Breathe“ an. „Aber dann machen wir den Hebel auf.“ Und der war spätestens bei „With or without you“ voll umgelegt.

 Inmitten von Wunderkerzen oder Handy schwenkender Zuschauer ein Musikfreund, der unlängst auch das Konzert in Hannover besuchte: Bürgermeister Andreas Grossmann scheint Fan beider Bands zu sein. „Ein Original kann man nicht mit einer Coverband vergleichen. Aber die Jungs von Zoo-TV sind richtig gut. Ich habe sie schon in der Sumpfe gesehen, aber das hier ist ein supergeiler Abend“, meinte ein sichtlich zufriedener Grossmann. Einen Vergleich zu Hannover wollte er dann doch nicht ziehen, schließlich „war es platzmäßig auch gar nicht möglich, die 360-Grad-Bühne hier aufzubauen“, spaßte Emmerthals Bürgermeister.

 „Ich fand Zoo-TV super. Anfangs noch ruhig, aber dann ging’s ab und die Stimmung war da“, meinte Katja Rüschoff. „Der Sound war super und für Emmerthal eine gelungene Veranstaltung“, sagte die 41-jährige Grohnderin. Als zufriedene Besucher zeigten sich auch Detlef und Andrea Ohm: „Das Konzert war astrein. Man sollte das jederzeit wiederholen. Die Bands waren super“, meinte Detlef Ohm. Berührt zeigte er sich von der spontanen Idee der hiesigen Band, mit dem Titelsong „Believe“ an den kleinen Julian aus Delligsen zu erinnern, der diese Woche auf tragische Weise sein Leben verlor. „Der Song ,Believe’ ist für unsere und alle Kinder dieser Welt entstanden. Das erleben zu dürfen, wie die Kinder wachsen, ist ein Highlight im eigenen Leben“, meinte Talking-Wire-Sänger Mirko und fuhr fort: „Das Feeling auf der Bühne heute war richtig geil!“

 Übrigens spendet Talkin Wire die Hälfte der am Abend erzielten Verkaufserlöse ihrer neuen CD an die Flutopfer in Pakistan. „Und wir haben richtig gut verkauft“, erklärte Frontmann Mirko, als die Hamburger Cover-Band zum Abschluss eines wirklich gelungenen Events ihre „Zoogaben“ boten.

Erschienen in der Dewezet am 23.08.2010

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