02.08.2010 Karibische Nacht mit Trio Coppo

 

Karibische Nacht bei Cocktails und Latinjazz

„Trio Coppo“ bei „Jazz im Park“ / Wie Kultur auf dem Lande von besonderen Vorteilen profitiert

Von Ernst August Wolf

Emmerthal. Brennende Holzscheite in Eisenkörben, bunte Lichterketten, Bratwurstduft und fröhliches Stimmengewirr wiesen den Gästen den Weg zum Park hinterm Altenpflegeheim „Haus Elise“ in Emmerthal. „Ohrlaub mit Trio Coppo – Jazz im Park“ verhieß ein Plakat, doch was die Emmerthaler Kulturbeauftragte Andrea Gerstenberger und ihre Helfer da auf die Beine gestellt hatten, war weit mehr als nur ein abendliches open-air-Konzert. Derer gibt es viele, doch beim Emmerthaler „Jazz in Park“ stimmte nicht nur die Musik, sondern vor allem die Atmosphäre. Eine laue Sommernacht, bunte Lampions und unzählige Fackeln ließen den Abend ebenso zu einem Erlebnis werden wie die von Haus-Elise-Küchenchef Ulrich Mundhenk aufgetischten kulinarischen Köstlichkeiten. Karibisches Flair gab es an der Cocktailbar, an der der Absatz von Moritos und Pina Coladas weit mehr als nur zufriedenstellend war.

„So ziemlich ein Jahr haben wir das alles vorbereitet“, erklärt Andrea Gerstenberger, sichtlich erfreut über den Erfolg des Abends. Der beruhe nicht zuletzt darauf, dass alle Emmerthaler die Kulturarbeit unterstützten. Das beginne bei der Bereitstellung von Material wie Lichterketten, dem Kauf von Fackeln, der Übernahme von Getränkeständen und reiche bis zur kostenlosen Verteilung von Briefen durch die Jugendfeuerwehr. Gerstenberger weiter: „Das ist das Schöne an der Kulturarbeit im ländlichen Raum, dass man die vorhandenen, oft verborgenen Ressourcen erst aktivieren muss.“ In der Stadt sei vieles schon da, hier müsse man immer erst fragen, wer hat was, wen muss man ansprechen und überzeugen. Eine Fähigkeit, die die Emmerthaler Kulturbeauftragte offensichtlich perfekt beherrscht, ist sie doch laut Ratsbeschluss dazu verpflichtet, mindestens eine schwarze Null zu schreiben. „Eigentlich ist das ganz einfach, ich gebe nur das aus, was ich auch habe.“ „Jazz im Park“, dieser eindrucksvolle Emmerthaler Sommernachtstraum, zeigt, dass ein derart verantwortungsvolles, für öffentlich Haushalte eher untypisches Finanzgebaren zu brillanten Ergebnissen führen kann. Während die lustige Seniorenrunde in der durch zwei Lkw-Ladungen Sand eigens aufgeschütteten Beach-Lounge gleich neben der Cocktailbar noch eine Runde orderte, fachsimpelten einige Jazz-Experten drei Tische weiter unterm Riesenahorn, ob der vom Trio Coppo vorgetragene Sambaklassiker mit Saxophon statt Flöte nicht doch eine Spur ausdrucksstärker gewesen wäre. Auf der Bühne präsentierte das „Trio Coppo“ mit Carsten Tamme, Chirurg und Flötist, Percussionist Rolf Schawara und E-Gitarrist Gunnar Hofmann einen bunten Strauß mit Latin-Klassikern. Der reichte von „Sunny“ über „Autumn Leaves“ bis zum „Englishman in New York“. Bei den mehr als 150 Besucher war an diesem Abend neben entspanntem Musikgenuss vor allem Essen, Trinken und Plaudern angesagt. Auch Bürgermeister Andreas Grossmann freute sich darüber, dass das Konzept „Kultur zum Nulltarif“ so prima aufgegangen ist.

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